Frauen Union beim Thekengespräch „Luisa ist hier“

Foto: Christine Schmidt
 v.lks.n.r.: Ralf Müller, OB Margret Mergen, Heidrun Withum, Cornelia Geiger-Markowsky, Christian Lemcke, Beate Wirth, Tobias Wald, Siglinde Gantner, Sonja Bauer    

Auch zum diesjährigen 25. Neujahrsempfang der Frauen Union Baden-Baden mit Spendenaktion konnte deren Vorsitzende Beate Wirth zahlreiche Vertreterinnen verschiedenster Organisationen, Institutionen und Vereine aus dem Stadtgebiet, aber auch aus der Region auf das Herzlichste willkommen heißen. Die Vorsitzende stellte jeden einzeln vor, sodass die Anwesenden das „who is who“ bestens einordnen konnten. Sogar Vertreterinnen der Frauen Union `Südliche Weinstraße` kamen zum wiederholten Male extra aus der Pfalz zu diesem Neujahrsempfang, der sich als `Kontaktbörse` versteht, wo man sich näher kennen lernen kann. Das Wichtigste aber an diesem Treffen ist die gute Sache – dieses Mal gehen die Spenden aus dem „hungrigen Sparschwein“ an die Lebenshilfe, Fachgruppe Seelische Behinderungen, deren Empfänger, Christian Lemcke, Mitglied der Geschäftsführung der Lebenshilfe BBA, natürlich zugegen war.
Als Ehrengäste aus der Politik konnten die Anwesenden unser Stadtoberhaupt, Oberbürgermeisterin Margret Mergen, den amtierenden Landtagsabgeordneten Tobias Wald, den CDU-Kreisvorsitzenden Ralf Müller, die ehemalige Landtagsabgeordnete Ursula Lazarus sowie die MIT- und Stadtfraktionsvorsitzende Dr. Anemone Bippes begrüßen.
In ihrer Begrüßungsansprache ließ Wirth noch einmal das vergangene Jahr mit seinen Bewegungen wie `fridays` for future`, einer veränderten USA, einer Frau an der Spitze der EU und der gefährlichen Krise in Nahost, Revue passieren und hob gleichzeitig das Glück hervor, seit 74 Jahren in Deutschland in Frieden leben zu dürfen. Frieden kann bei einem sich schnell ändernden Lebensgefühl brüchig werden und so braucht man Kraft, Verstand und auch ein gutes Stück Wachsamkeit, dieses Glück zu erhalten. Sie appellierte, unsere eigenen Stärken zu pflegen, an uns selbst zu glauben, und unsere Werte wie Demokratie, Freiheit, Familie als ein Teil unserer Identifikation und Wurzeln zu erhalten.
Danach richtete die Oberbürgermeisterin das Wort an die Anwesenden und ganz besonders an die Ehrenamtlichen. Ihr uneigennütziger Einsatz bewegt viel in unserer Stadt und ist eine bedeutsame Säule Baden-Badens`. Sie appellierte, sich auch weiterhin für andere zu engagieren, was nach außen häufig als selbstverständlich wahrgenommen wird, gleichwohl aber den Gewinn einer inneren Zufriedenheit bringt. Die OB umriss des weiteren das mannigfaltige Sommer-Programm wie die Schlosskonzerte, Oster- und Pfingstfestival im Festspielhaus, das New Pop Festival, Theater auf dem Marktplatz und wieder der große Publikumsmagnet, die Parknacht der Philharmonie in der Lichtenthaler Allee, ebenso die internationalen Iffezheimer Pferderennen u.v.a.m. Einen guten Namen hat sich Baden-Baden bei der weltweiten Ausstrahlung des G20-Treffens erarbeitet und so können wir im Herbst die Wirtschaftsminister verschiedener Nationen begrüßen. Der Erwerb des Festspielhauses bedeutet nicht nur Besitz, sondern auch große Verantwortung, so Mergen, und ging des weiteren auf die vielfältigen Aufgaben wie Wohnungsbau, Kindergärten, Kindertagesstätten, neue Gewerbegebiete ein. Mit Freude betonte Mergen, dass Baden-Baden zur zweit-familienfreundlichsten Stadt in Deutschland gewählt wurde, was mit großem Applaus quittiert wurde.

Auch Tobias Wald, MdL, ergriff das Wort und überbrachte Grüße aus dem Landtag von Kultusministerin Susanne Eisenmann. Explizit dankte er Beate Wirth für ihre Arbeit als ehrenamtliche Behindertenbeauftragte und gab seiner Freude Ausdruck, im Kreise so vieler engagierter Menschen zu sein. Wald berichtete über die Politik im Land und betonte noch einmal dessen starke Verwurzelung mit Baden-Baden.
Und natürlich – als Empfänger der Spende – berichtete Christian Lemcke von der Arbeit, Aufgaben und Angeboten der Lebenshilfe BBA.. „Wir gehen `raus und nehmen am Leben teil“, so Lemcke. Er führte die `Offenen Hilfen`, die mannigfaltigen Freizeit-Programme und die Förderung beim selbstständigen Wohnen an. Auch bei der Regelschule erfolgt – mit Unterstützung – die Integration. Frauen, so Lemcke, spielten in der Lebenshilfe eine große Rolle, denn wird ein Kind mit Behinderung geboren, so wird „alles über einen Haufen geworfen“: Partnerschaft, Geschwisterkinder, Beruf – die Zeit muss anders getaktet werden. Das wichtigste: Es darf einem Kind mit Behinderung keine geringere Wertschätzung entgegengebracht werden. Nicht umsonst, so Lemcke, ist der Leitspruch der Lebenshilfe „Wir sind eins“. Die Spende der Frauen Union soll verwendet werden für einen neuen Bereich bei der Lebenshilfe, die sich mit Autismus beschäftigt. Autismus ist keine Krankheit, gleichwohl eine neurologische Wahrnehmungsstörung, die sich auf die soziale Interaktion, Kommunikation und Verhaltenrepertoires auswirken. Auch hier bedarf es u.a.Unterstützung, Kompetenztraining und Beratung der Eltern. Dies wird nunmehr von der Lebenshilfe angegangen. Die Spende wird nach der „Schlachtung“ des Sparschweins an die Lebenshilfe übergeben.

Beate Wirth wünschte allen noch freundschaftliche, Kontakt knüpfende und Impuls gebende
Gespräche. . 

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© Prof. apl. Dr. Nicole Marmé, 2019