Frauen Union besucht Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe

Zu einem Programmpunkt der besonderen Art trafen sich zahlreiche Mitglieder und Gäste der Frauen Union mit ihrer Vorsitzenden Beate Wirth, ging es doch aus wichtigem historischen Anlass, nämlich des Inkrafttretens des Grundgesetzes vor 70 Jahren am 24. Mai 1949, nach Karlsruhe ins Bundesverfassungsgericht. Nach dem Eintritt in das Foyer mit Ausweis- und Personenkontrolle durch die Eingangs-schleuse wurde die Gruppe von der Leiterin des Besuchsdienstes und gleichzeitigen Chefin einer der größten juristischen Spezialbibliotheken Deutschlands mit ca. 400.000 Büchern und 450 Zeitschriften herzlich begrüßt. Hier unter den Schwarz-Weiß-Portraits, der „Ahnengalerie“ der ausgeschiedenen Richterinnen und Richter u.a. Gerhard Müller, Ernst Benda, Roman Herzog, Jutta Limbach, Andreas Vosskuhle, erfuhren die Besucherinnen der Frauen Union, dass die Amtszeit eines Richters 12 Jahre beträgt, mit dem 68. Lebensjahr endet, sowie eine Wiederwahl ausgeschlossen ist. Das Bundesverfassungsgericht besteht aus 16 Richterinnen und Richtern, insgesamt sind hier rund 260 Mitarbeiter beschäftigt. Seit seiner Gründung 1951 wurden 18 Frauen zu Richterinnen des Bundesverfassungsgerichts berufen. Nicht zuletzt durch die glänzend rote Robe mit dem weißen `Jabot` (Bäfchen) sind die Richterinnen und Richter im öffentlichen Bewusstsein. Weiterhin vernahmen die Anwesenden, dass das 1969 vom Architekten Paul Baumgarten in traditioneller Bauhaus-Architektur entworfene Gebäude-Ensemble mit seinen durch die Glaswände lichtdurchfluteten Innenräume Transparenz und Offenheit symbolisieren soll. Die gesamte Gebäudegruppe – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloß - ist denkmal-geschützt und wurde von 2011 bis 2014 von Grund auf saniert. Mit jeweiligen Erläuterungen ging`s in den Plenarsaal, den Pressesaal sowie den `Großen Sitzungssaal` mit dem von Hans Kindermann künstlerisch gestalteten Adler als staatliches Symbol der BRD, unter dem das unanfechtbare Recht bzw. Urteil der Richter gesprochen wird, das auch alle anderen Staatsorgane bindet. Am Ende dieses gleichermaßen spannenden wie lehrreichen Nachmittags, zu dem es natürlich hier noch viel zu schreiben gäbe, dankte Wirth der Leiterin des Besucherdienstes. Eine große Erfahrung und Bereicherung an dem Ort, an dem höchste Entscheidungen gesprochen werden, gewesen zu sein, beflügelten die FUlerinnen noch zu einer ausführlichen Fragerunde, bevor es zum Abschluß in ein Café im großstädtischen Karlsruher Trubel ging. 

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© Prof. apl. Dr. Nicole Marmé, 2019